Therapie
Medikamentöse Therapie
Eine Physiotherapie kann häufig nur dann wirkungsvoll ausgeführt werden, wenn zusätzlich antispastische Medikamente eingesetzt werden. Heute stehen verschiedene Medikamente und Methoden zur Verfügung.
Trotz unterschiedlicher Ansatzpunkte haben alle Antispastika grundsätzlich die gleiche Wirkung: Die Verringerung des spastischen, erhöhten Muskeltonus. Mithilfe der Medikamente kann die Skelettmuskulatur entspannt und die passive Beweglichkeit verbessert werden. In einigen Fällen kommt infolge der Therapie eine Restaktivität zum Vorschein, die durch die Spastik verdeckt wurde.
Bei einigen Patienten ist ein gewisser Muskeltonus notwendig, um beispielsweise das Stehen zu ermöglichen. Das Ziel für diese Patienten ist es, eine Minderung der Spastik bei ausreichender Muskelspannung zu erwirken, damit funktionelle Bewegungen wieder möglich werden. Um dies zu gewährleisten, muss der Arzt "Feinarbeit" leisten und die individuelle Dosierung der Medikamente einstellen. Bei Patienten mit einem hohen Grad an Immobilität und stark ausgeprägter Spastik zielt die Behandlung darauf ab, die Pflege und Hygiene zu erleichtern sowie die Schmerzen zu reduzieren.
Die verschiedenen medikamentösen Therapien unterscheiden sich für den Patienten v. a. in der Anwendung, den Nebenwirkungen, der Verträglichkeit und den Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen. Grundsätzlich werden die Antispastika unterteilt in sogenannte zentral und peripher wirkende Medikamente.