Krankheit
Folgen und Begleiterscheinungen
Mögliche Folgen einer Spastik
Für Betroffene können die Folgen einer Spastik auch über die Einschränkungen im Bewegungsablauf hinausgehen und sich dabei auf die Selbstversorgung oder die Hygiene auswirken. Teilweise haben diese Auswirkungen für die Patienten eine größere Bedeutung als die Spastik selbst. Oft leiden das grundsätzliche Körper- und Selbstbild und die Psyche des Patienten sehr unter den Symptomen der Erkrankung. Dies ist nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen äußerst belastend.
Häufige Begleiterscheinungen
Die folgenden Begleitsymptome können bei den betroffenen Patienten unterschiedlich häufig auftreten. Die wichtigsten möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen:
Schmerzen
Infolge der Spastik kann es oft zu sehr starken Gelenk- und Muskelschmerzen kommen. Diese entstehen aus fehlhaltungsbedingten Überlastungen der Gelenke und Muskeln. Sie können durch intensive Physio- und Ergotherapie sowie auch medikamentös gelindert werden.
Blasenfunktionsstörungen
Durch eine Spastik kann es zu einer eingeschränkten Speicherfunktion der Blase kommen. Betroffene klagen über einen überfallartigen, plötzlich oder auch häufig auftretenden Harndrang.
Um diese sehr belastenden Probleme so gut und schnell wie möglich in den Griff zu bekommen, ist es wichtig, sich von einem erfahrenen Urologen und Neurologen beraten zu lassen.
Neben effektivem Beckenbodentraining stehen verschiedene, auch minimalinvasive, chirurgische Verfahren sowie medikamentöse Therapien zur Verfügung, um die Blasenfunktion zu verbessern.
Depressionen
Körper und Psyche gehen Hand in Hand. So neigen Patienten mit spastischen Symptomen häufiger zu Depressionen. Etwa die Hälfte aller MS-Patienten erfährt z. B. depressive Phasen.
Jeder Mensch kennt Tage, an denen es ihm "nicht so gut" geht und die Stimmung getrübt ist. Wenn dies jedoch zum Dauerzustand wird, wenn der Antrieb vermindert ist, einem nichts mehr Freude macht und Schlaflosigkeit zur Regel wird, dann kann es sein, dass eine Depression vorliegt. Hier ist ärztlicher Rat dringend erforderlich.
Depressionen sind heute gut behandelbar, moderne Therapeutika sowie geeignete psychotherapeutische Verfahren bieten gute Aussichten auf Erfolg.
Anhand eines von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelten einfachen Tests kann man schnell erkennen, ob Anhaltspunkte für eine seelische Erkrankung, insbesondere für eine Depression, vorliegen.
Index der WHO zum Wohlbefinden:
(Bitte geben Sie bei jeder Aussage an, welche Rubrik am besten beschreibt, wie Sie sich in den letzten beiden Wochen gefühlt haben.) |
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Wenn Sie in der Summe weniger als 13 Punkte erreichen, liegt möglicherweise eine Depression vor. Wir empfehlen Ihnen in diesem Fall zur weiteren Abklärung Ihren Hausarzt, einen Nervenarzt oder einen Psychotherapeuten anzusprechen. |
Fatigue-Syndrom
Das sogenannte Fatigue-Syndrom ist ein häufiges Begleitsyndrom bei Spastik-Patienten - insbesondere bei Patienten mit Multipler Sklerose. Es beeinträchtigt den Alltag extrem, wird aber von jedem sehr unterschiedlich empfunden.
Häufig kommt es zu einer starken, oft plötzlichen Müdigkeit oder auch zur Verschlimmerung der Krankheitssymptome wie Bewegungsschwierigkeiten. Man unterscheidet zwischen einer motorischen und psychischen Erschöpfung, die durch eine ausreichende Ruhephase nicht ausgeglichen werden kann.
Kontrakturen
Als Kontraktur bezeichnet man eine dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen und Bändern bei Gelenken. Dies kann zu einer Einschränkung der Beweglichkeit oder zu einer kompletten Steife führen.
Zur Vorbeugung von Kontrakturen ist eine intensive Physiotherapie empfehlenswert.
Schlafstörungen
Infolge der durch die Spastik ausgelösten Schmerzen und Bewegungsstörungen kommt es häufig zu Schlafstörungen und sogar Schlaflosigkeit. Hierzu zählen Schwierigkeiten beim Einschlafen, Störungen des Durchschlafens und vorzeitiges Erwachen. Hieraus entwickeln sich weitere psychische und körperliche Beeinträchtigungen für die Patienten.
Weitere Folgeprobleme:
- Probleme bei der Hygiene
- Einschränkungen der Sexualfunktion
- Osteoporose
- Atemwegsinfekte