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Diagnose

Funktionsmessung in der Praxis

Funktionsmessung Abbildung 1

Neben den genannten neurologischen Untersuchungen wird meist auch die passive Beweglichkeit der betroffenen Extremitäten untersucht. Dabei bittet der Arzt den Patienten, die Muskeln so gut wie möglich zu entspannen. Anschließend wird vom Arzt die Extremität passiv bewegt. Besteht eine Spastik, nimmt der Dehnungswiderstand mit zunehmender Geschwindigkeit der Muskeldehnung zu.


Bewertungsskalen

Eine der wichtigsten Skalen, um die Schwere der Erkrankung bewerten zu können, ist die sogenannte "Ashworth-Skala": Nach einer eingehenden Untersuchung, in der der Widerstand des Muskels gegen eine passive Bewegung (durch den Arzt oder Therapeuten) beobachtet wird, werden die Ergebnisse in eine Skala von 0 (normaler Muskeltonus) bis 4 Punkte (passive Bewegung nicht möglich) eingetragen.

Auch für die Messung der Funktionsfähigkeit und Beweglichkeit stehen im Praxisalltag verschiedene, leicht durchführbare Tests zur Verfügung, die eine Aussage über das Ausmaß bzw. die Entwicklung der Spastik erlauben. Dies ist wichtig, um die folgende Therapie zu planen sowie auch die Hilfs- und Pflegebedürftigkeit einschätzen zu können.

Gehstreckenmessung

Mit der Gehstreckenmessung wird die Gehfähigkeit und Ganggeschwindigkeit festgestellt. Der Patient bewältigt eine Strecke von meist 10 Metern (hierbei sind Gehhilfen erlaubt), dabei wird die benötigte Zeit gemessen.

Gehstreckenmessung Abbildung

Timed "Up and go"-Test

Mit diesem Test wird die Gehfähigkeit beurteilt. Der Patient soll aus einem Stuhl mit Armlehnen aufstehen und drei Meter weit gehen (hierbei sind Gehhilfen erlaubt), sich umdrehen, zum Stuhl zurückkehren und sich wieder hinsetzen. Benötigt er weniger als 20 Sekunden, ist er in seiner Mobilität unabhängig. Bei mehr als 20 Sekunden kann eine geringe bis ausgeprägte Mobilitätseinschränkung vorliegen.

Timed "Up and go"-Test Abbildung

Rivermead Motor Assessment

Hierbei wird getestet, wie sich die Motorik im Rehabilitationsverlauf nach einem Schlaganfall entwickelt. Beispielsweise prüft der Untertest "Arm" die Funktionen Bewegen und Ergreifen von Gegenständen im Sitzen, Stehen und Liegen. Hierbei können Stifte, Bälle oder Therapieknete unterstützend eingesetzt werden. Zusätzlich werden auch die Bein- und Rumpffunktionen getestet. Anhand von Punkten wird die Durchführung der Aufgaben beurteilt und dokumentiert.

Rivermead Motor Assessment Abbildung


Nach der genauen Diagnose und Bewertung der Schwere der Spastik kann der behandelnde Arzt die Therapie einleiten. Diese besteht in den häufigsten Fällen aus einer Kombination von medikamentöser Behandlung und Physiotherapie.

INFO

  • ·  Spastik kann auch
    erst lange nach den
    akuten Schädigungen des Zentralen Nerven-
    systems auftreten -
    dementsprechend
    kommen auch länger
    zurückliegende Unfälle
    als Auslöser in Frage.

  • ·  Für die weitere
    Therapieplanung ist es
    wichtig, das Ausmaß der
    Spastik genau zu bestimmen

  • ·  Die genaue Diagnose
    und Bewertung liefert
    dem Arzt eine fundierte
    Grundlage für seine
    Therapieentscheidung
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